Tischtennis Spielen – Das Grundequipment im Überblick

Um Tischtennis zu spielen, werden verschiedene Sportgeräte gebraucht. In direktem Kontakt mit dem Sportler steht dabei der Schläger. Nicht in direktem Kontakt stehende Sportgeräte sind dabei der Tisch mit Netz oder der Ball. Aber auch andere Gegenstände sind hier zu nennen, zum Beispiel Tischtennisroboter, Bekleidung, Schuhe oder gewisses Zubehör. Fakt ist, um Tischtennis spielen zu können, benötigt man ein gewisses Equipment. Was das alles heißt und was dabei zu beachten ist erfahrt ihr beim Weiterlesen. Viel Spaß 🙂

Der Schläger beim Tischtennis Spielen

Steigen wir zunächst gleich mit dem wohl kompliziertesten aller Sportgeräte ein, dem Tischtennisschläger. Warum kompliziert? Das liegt daran, dass es unzählige Modelle und Ausführungen gibt. Aber Stück für Stück. Ein Schläger, oder auch Racket, besteht aus drei Komponenten:

  • Griff
    Der Griff eines Tischtennisschlägers ist der direkte Kontakt zwischen Sportler und Sportgerät. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich der Griff in der Hand einfach gut und bequem anfühlt, denn der Griff gibt euch auch Feedback über das Ballverhalten am Schläger. Dies geschieht über Rezeptoren in der Haut der Finger und Hand, die uns die Intensität und Art von Drücken und Bewegungen vermitteln. Wenn ihr also einen Schläger kauft oder gekauft habt, nehmt ihn in eure Hand und macht ein paar Trockenübungen oder ein Spiel: Rutscht der Schläger aus der Hand? Fühlt es sich bequem, aber auch stabil und fest an? Bei den Griffen gibt es nämlich 4 verschiedene Formen: gerade, anatomisch, konkav und konisch. Die meisten Spieler bevorzugen einen konkaven Griff.

 

  • Blatt
    Das Schlägerblatt ist überwiegend aus Holz (möglich sind auch Kunststoffanteile) aufgebaut. Das Holz liegt dabei als dünne Schichten vor, die miteinander verklebt werden. Dabei werden härtere (z.B. Nussbaum, Wenge, Koto, Mahagoni, Santos) und weichere Hölzer (z.B. Balsa, Linde, Fichte, Pappel, Abachi), oder auch Kombinationen aus beiden, verleimt und kombiniert. Die Härte und Festigkeit des Holzes bestimmt dann beim Tischtennis Spielen maßgeblich das Verhalten der Bälle nach dem Schlägerkontakt: Harte und feste Hölzer werden daher als schnelle Hölzer bezeichnet (intensives Abspringen der Bälle, schnelle Bälle). Der gegenteilige Effekt tritt bei weicheren Hölzern auf. Je nach eurer individuellen Spielweise, die sich im Laufe von Jahren herauskristallisiert, werden dann die entsprechenden Hölzer ausgewählt und auch kombiniert.

 

  • Beläge
    Auf das Blatt des Schlägers (konkret auf das Deckfurnier) wird zunächst eine sog. Schwammunterlage geklebt. Eine Schwammunterlage praktisch ist eine verschieden dicke Kunststoffschicht. Auf diese Schwammunterlage werden dann schließlich die Beläge, die meist aus einer Kautschukmischung bestehen, geklebt. Im Jahr 1986 wurde von der ITTF (International Table Tennis Federation) festgelegt, dass beim Spiel eine Belagseite rot und die andere schwarz sein muss. Ganz ähnlich wie bei den Hölzern des Blattes sind auch die Beläge in ganz unterschiedlichen Designs, Materialeigenschaften und Dicken erhältlich, die dann wieder das Ballverhalten am Schläger maßgeblich beeinflussen. Gemein haben die Beläge jedoch, dass sie grundlegend aus zwei verschiedenen Aufbauten bestehen: Entweder Noppen innen, oder Noppen außen. Noppen innen wird von den meisten Spielern genutzt. Dabei werden die Noppen nach innen, also zur Schwammunterlage zeigend, verklebt. Nach außen (und somit zum Ball) zeigt sich die glatte, ebene Seite des Belages. Verwendet wird dabei als Belagmaterial Naturkautschuk (sehr schnelle Bälle, aber weniger griffig und so weniger spinfreudig) oder Synthesekautschuk (Bälle dann etwas weniger schnell, aber gut haftend und so spinfreudiger). Bei Noppen außen wird oft relativ fester Naturkautschuk verwendet, der aufgrund der geringeren Griffigkeit und Haftung nur wenig Spin zulässt.

 

Gerade Anfänger müssen beim Tischtennis Spielen erst noch viele Dinge lernen: Grundtechniken wie Spin, Unterschnitt, Blocken oder Aufschlag. Sie müssen ein Gefühl für den Ball und den Sport entwickeln, die koordinativen Fähigkeiten ausbauen und so weiter. Das heißt, Anfänger brauchen einen Schläger, der nicht zu sehr auf defensives (Def)  und auch nicht zu sehr auf offensives (Off) Spielen ausgelegt ist, sondern eine breite Basis genau in der Mitte: Einen Allround (All)-Schläger. Diese gibt es als All-Hölzer und auch als All-Beläge und können sowohl als Fertigschläger gekauft werden, als auch individuell zusammengestellt (und auf Wunsch ebenfalls endmontiert) werden. Ein Profischläger, der mit harten Hölzern und schnellen Belägen auf ein schnelles Off-Spiel ausgelegt ist, nützt einem Anfänger also nicht viel. Dies sollte als Anfänger unbedingt beachtet werden und beim Spielen auf sog. All-Anfängerprodukte zurückgegriffen werden.

Auch die Pflege der Tischtennisschläger und -beläge sollte beachtet werden, denn auch sie nutzen sich ab. In Spielpausen, wenn der Schläger z.B. in der Tasche liegt oder im Regal verstaubt, eignen sich Belagschutzfolien. Auch Belagsprays und Belagtücher bzw. -schwämme im Zusammenhang mit Spray lohnen sich. Kantenbänder z.B. schützen auch die Verklebung und äußeren Partien der Holzschichten des Schlägerblattes.

Der Tisch beim Tischtennis Spielen

Natürlich sind auch Tischtennis Tische ein unverzichtbares Sportgerät. Obwohl viele Erwärmungs- oder auch Koordinationsübungen ohne einem Tisch (oder Platte) gehen, zum Training und (Punkt-) Spiel wird der Tisch zum Muss. Im Training würde rein theoretisch ein x-beliebiger Tisch reichen. Für offizielle Punktspiele oder auch Turniere muss der Tisch ITTF-zugelassen sein. Die meisten Tische sind dies auch und es ist auch klar aufgeführt. Einige Tische sind darüber hinaus auch rollstuhlgerecht, da sie eine große Beinfreiheit besitzen. Es gibt grob gesehen Tische für den Innenbereich (Indoor, sollten vor zu hoher Luftfeuchte, direkter Nässe oder Sonneneinstrahlung geschützt werden) und auch für den Außenbereich (Outdoor). Bekannte Hersteller sind z.B. Andro, Joola, Donic oder Tibhar.

Die heutzutage erhältlichen (indoor) Tische sind überwiegend akzeptabler bis sehr guter Qualität und meist auch, was das Gestell betrifft, pulverbeschichtet und lackiert und so gut haltbar. Die Profile und zugehörigen Dicken sind groß und resultieren in einer guten Stabilität. Unebenheiten des Bodens können meist durch höhenverstellbare Bauteile ausgeglichen werden. Der ganze Tisch ist entweder als Ganzes oder auch für jede Hälfte separat auf Rollen fahrbar. Zusammengeklappt lassen sich manche auch sehr gut ineinanderschieben, um so Platz zu sparen. Die meisten Tische lassen sich dank einer Synchron-Klapptechnik von nur einer Person auf- und zuklappen, und verfügen über viele Sicherheitsfeatures. Auch praktisch: Viele Tische werden bereits endmontiert und spielbereit geliefert. Aber Vorsicht: Oft ist im Lieferumfang noch kein Netz enthalten! Aufgrund der ausgeklügelten Technik und Stabilität heutiger Tische wiegen sie meist (weit) über 100 kg.

Die Platten der Tische sind auch mehrfach beschichtet, bisweilen oft auch kratzfest und widerstandsfähig gestaltet und in blau oder grün erhältlich. Eine wichtige Kenngröße ist auch die Plattendicke, die von etwa 22 bis 28 mm reicht. Besonders die dickeren Stärken sind dabei hochwertiger was das Ballverhalten betrifft, aber meist auch teurer.

Das Tischtennisspiel und der Ball

Auch ohne dem Tischtennisball kein Tischtennis. Ball ist aber nicht gleich Ball. Jeder Tischtennisball muss gewisse Maße und Eigenschaften aufweisen, bevor er offiziell zum Betrieb zugelassen wird und es gab in letzter Zeit auch einige Neuerungen, welche Bälle offiziell nur noch genommen werden dürfen.

In früheren Zeiten waren die Tischtennisbälle ausschließlich aus Zelluloid gefertigt. Diese wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus den USA nach Europa mitgebracht. Vorher waren Bälle aus Gummi oder Kork gebräuchlich, die einen Durchmesser von etwa 5 cm hatten. Die Zelluloidbälle werden als zwei Halbschalen mittels Lösemittel miteinander verklebt und unter Wärmeeinwirkung in Form gebracht. Am Ende müssen sie strenge Auflagen, was z.B. das Gewicht oder den Umfang betrifft, erfüllen. Allerdings ist Zelluloid leicht brennbar und die Fertigung daher gefährlich und gesundheitsgefährdend, nicht zuletzt auch wegen der Verwendung von Lösungsmitteln als Nahtkleber. Daher ist seitens der ITTF ab 2014 verpflichtend für viele Turniere der neu eingeführte Plastikball maßgeblich, und der alte Zelluloidball verboten.

Die neuen Plastikbälle, auch Polybälle genannt, sind mit etwas über 40 mm Durchmesser etwas größer als die alten Zelluloidbälle (knapp 40 mm). Es fällt auf, dass die Polybälle etwas matter klingen und beim Aufprall nicht so elastisch sind. Daher, und auch wegen der etwas größeren Größe, sind sie im Spiel auch etwas langsamer als die Zelluloidbälle.

Alle Bälle unterliegen wie schon gesagt strengen Kontrollen und Maßvorgaben. Schließlich sollen beim Tischtennis Spielen gleiche Bedingungen geschaffen werden. Dennoch werden für Wettkämpfe hochwertigere Bälle verwendet, als für den Trainingsbetrieb. So gibt es die hochwertigsten 3-Stern-Bälle (für Wettkämpfe); gefolgt von 2- und 1-Stern-Bällen. Diese sind zwar höherwertiger als die Trainingsbälle, aber von der ITTF nicht zum Wettkampf zugelassen. Die Trainingsbälle sind die minderste Qualität, und werden oft im Training von Kindern oder Anfängern eingesetzt, in welchem viele Übungen mit dem Ball nicht das klassische Tischtennis Spielen darstellen, sondern z.B. Balance- oder Koordinationsübungen mit Schläger und Ball. Daher ist der Einsatz solcher Trainingsbälle auch vollkommen gerechtfertigt. Häufig sind solche Bälle auch orangefarben.

Roboter beim Tischtennis Spiel

Tischtennisroboter sind eine sehr gute Ergänzung zum Training, und zwar in allen Leistungsstufen. Wichtig aber: Sie ergänzen das Training, ersetzen aber keinen Spielpartner oder Trainer aus Fleisch und Blut. Gerade wenn es um Techniken geht, die gefestigt werden sollen und eine hohe Wiederholungszahl erfordern, oder auch zur Optimierung der Rhythmisierungsfähigkeit, eignen sich Ballmaschinen. Auch Trainier können sich ihren Schützling von allen Seiten während des Robotertrainings ganz in Ruhe betrachten. Gerade auch Roboter mit automatischer Ballrückführung und Ballauffangnetzen ermöglichen einen nahezu unendlich langen Trainingsbetrieb, was die Ausdauer extrem schult.

Tischtennisroboter sind aus einem Steuergerät (dient der Einstellung und gesamten Bedienung des Roboters), einem Kopf (dient der Ausgabe der Bälle), einem Balltrichter und, wenn vorhanden, einem Ballauffangnetz oder gar einer integrierten automatischen Ballrückführung aufgebaut. Hinsichtlich des Preises und vieler Einstellungsmöglichkeiten unterscheiden sich die Roboter. Zu nennen wären hierbei z.B. wie gut lassen sie sich auf- oder abbauen, wie ist die Qualität, welche Spinarten gibt es, welche Ballfrequenzen usw. Bekannte Anbieter sind u.a. Tibhar, Donic oder Joola.

Sonstiges Equipment beim Tischtennis Spielen

Neben dem bisher genannten Equipment spielt aber auch die Kleidung eine wichtige Rolle. Die Kleidung sollte, wenn sie auch vom Muster und der Farbgebung her durch etwaige Vereins-Shirts vorgegeben ist, angenehm zu tragen sein. Wichtig ist, dass es Materialien sind, die kein Jucken oder Kratzen auf der Haut verursachen. Dies gilt auch, wenn man mal ordentlich schwitzt. Und da wären wir auch beim nächsten Thema: Schwitzen. Atmungsaktivität und die Fähigkeit, Nässe abzuleiten ist hier ebenso sehr wichtig, sodass der Körper auch gekühlt werden kann wenn man schwitzt und analog es nicht zu kalt wird, wenn man in Ruhe ist. Ähnlich verhält es sich beim Schuhwerk: Dieses erfordert eine Atmungsaktivität, um (nasse) Schweißfüße zu verhindern. Ebenso spielen eine hohe Stabilität in alle Richtungen, eine gute Passform bei möglichst geringem Gewicht und gutes Haftungsvermögen auf dem Hallenboden entscheidende Rollen. Zuletzt ist aber auch Zubehör, wie Taschen oder Rucksäcke, wichtig für das Tischtennis Spielen. Rucksäcke im Tischtennis (mit engeren Schulterpartien und kürzerem Rückenabschnitt auch für Frauen erhältlich) dienen der ordnungsgemäßen Lagerung von Schläger, Bällen, Sportbekleidung und Essen/Trinkvorräten. Dies wird durch mehrere geteilte Fächer möglich. Wichtig dabei ist auch eine angemessene Rückenpolsterung. Ganz ähnlich ist es auch bei Taschen: Einzelne Fächer, um die Übersicht zu behalten und dass die Beläge sich nicht gegen die Schuhe drücken usw.; Material, Volumen, längenverstellbare Gurte, Qualität der Nähte/Reißverschlüsse, Unterbodenschutz, Wasserdichtheit und vieles mehr spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle.

Ich gebe zu, dass dies relativ viele Informationen auf einmal sind, aber ich hoffe ich konnte euch ein paar Basics vermitteln, worauf ihr vielleicht stärker als bisher angenommen achten solltet. Viel Spaß weiterhin beim Tischtennis Spielen!

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